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Reiseziele11 Min. Lesezeit

Island-Roadtrip: 10 Dinge, die wir vorher gern gewusst hätten

Was auf der Karte nah aussieht, kann in Island einen ganzen Tag verändern. Zehn ehrliche Learnings für Route, Mietwagen, Wetter, Hochland und Camping.

Von der OURTRIP Redaktion

Eigene Reise und eigene Aufnahmen · Island 2025 · Sicherheitsangaben am 22. Juli 2026 geprüft

Bild: Steven Romsits · OURTRIP Original · Eigene Aufnahme · Bearbeitet

Redaktion: Steven Romsits · Mit KI-Unterstützung bei Recherche und Struktur erstellt. Inhalt, Quellen und Veröffentlichung wurden am 22. Juli 2026 redaktionell geprüft und freigegeben.

Island wirkt auf Bildern wie eine Reise, bei der man nur der Ringstraße folgen muss und hinter jeder Kurve automatisch am nächsten Wasserfall ankommt. Die Wirklichkeit ist schöner — aber auch wetterabhängiger, weiter und weniger planbar, als eine gespeicherte Liste vermuten lässt.

Unsere Fotos aus Landmannalaugar, Dyrhólaey, Fjaðrárgljúfur, Stokksnes und Hengifoss sind auf einer eigenen Island-Rundreise entstanden. Dieser Guide ist deshalb kein kopierter Tagesplan. Er bündelt die Entscheidungen, die wir vor der Reise gern klarer gesehen hätten, und verbindet sie mit aktuell geprüften Informationen offizieller isländischer Stellen.

1. Plant Zeitfenster statt einer lückenlosen Route

Der größte Planungsfehler ist nicht ein fehlender Stopp, sondern ein Reiseplan ohne Luft. Ein starker Wind, eine gesperrte Straße oder ein Ort, an dem ihr länger bleiben möchtet, verschiebt in Island schnell den ganzen Tag. Wenn jede Nacht an eine starre Etappe gebunden ist, wird aus der Rundreise eine Aufholjagd.

Weite isländische Landschaft unter tiefen Wolken
In Island gehört das Wetter zur Route. Ein freier halber Tag ist deshalb kein verlorener Tag, sondern Spielraum.

Bild: Steven Romsits · OURTRIP Original · Eigene Aufnahme · Bearbeitet

Wir würden heute pro Region wenige feste Anker wählen und dazwischen bewusste Puffer lassen. Zu jedem wichtigen Ort gehören eine nahe Alternative und die Frage: Was kann entfallen, ohne dass sich die Reise unvollständig anfühlt? So bleibt die Route stabil, auch wenn sich der konkrete Tag verändert.

2. Der richtige Mietwagen hängt von eurer Route ab

Für die asphaltierte Ringstraße und viele klassische Stopps im Sommer kann ein normales Fahrzeug ausreichen. Sobald das Hochland oder F-Straßen Teil der Reise werden, ändert sich die Entscheidung: Visit Iceland weist für das Hochland auf ein geeignetes Allradfahrzeug mit ausreichender Bodenfreiheit hin. Entscheidend ist also nicht, welches Auto auf Fotos nach Island aussieht, sondern welche Straßen ihr tatsächlich fahren möchtet.

Vestrahorn bei Stokksnes unter tief hängenden Wolken
Straße, Fahrzeug und Wetter gehören in Island zu einer gemeinsamen Entscheidung.

Bild: Steven Romsits · OURTRIP Original · Eigene Aufnahme · Bearbeitet

Prüft vor der Buchung nicht nur Fahrzeugklasse und Preis, sondern auch die erlaubten Straßen, Versicherungsbedingungen und Ausschlüsse des konkreten Vermieters. Eine geplante Hochlandroute sollte ausdrücklich zum Mietvertrag passen. Aktuelle Befahrbarkeit wird trotzdem erst kurz vor und während der Reise entschieden.

3. Wetter ist kein Hintergrund — sondern eine tägliche Entscheidung

Eine Wetter-App mit einem Symbol für die ganze Insel reicht nicht. Wind, Regen und Sicht können regional sehr verschieden sein und sich schnell verändern. Besonders bei Hochlandfahrten, Wanderungen und hohen Fahrzeugen sollte die Tagesplanung morgens noch einmal gegen offizielle Warnungen geprüft werden.

Unsere einfache Routine wäre: zuerst Warnungen bei SafeTravel, dann die regionale Vorhersage des Icelandic Met Office und anschließend den Straßenzustand prüfen. Wenn eine Warnung nicht zur geplanten Etappe passt, gewinnt nicht der Plan. Dann wird getauscht, gekürzt oder geblieben.

4. Das Hochland ist kein spontaner Abstecher

Landmannalaugar und andere Hochlandregionen gehören zu den Bildern, die nach der Reise bleiben. Gleichzeitig sind Hochlandstraßen saisonal, ihr Zustand verändert sich und nicht jede Strecke hat dieselben Anforderungen. Ein eingezeichneter Weg auf der Karte bedeutet nicht automatisch, dass er heute geöffnet oder für euer Fahrzeug geeignet ist.

Plant Hochlandtage als eigenes Modul: passendes Fahrzeug, aktuelle Straßenfreigabe, Wetterfenster, ausreichend Zeit und eine Route ohne Hochland als Alternative. Bei Flussquerungen gilt besonders: fehlende Erfahrung lässt sich nicht durch ein größeres Auto ersetzen. Im Zweifel umdrehen oder lokale Auskunft einholen.

5. Kilometer sagen wenig über einen Reisetag aus

Eine Strecke von 180 Kilometern kann kurz wirken. Dazu kommen aber Schotter, Wind, Aussichtspunkte, Fotostopps, Wanderungen und langsame Zufahrten. Der eigentliche Reisetag beginnt deshalb nicht erst am Ziel — vieles, wofür ihr nach Island fliegt, passiert bereits zwischen zwei Übernachtungsorten.

Grüne Hänge rund um den Fjaðrárgljúfur Canyon in Island
Fjaðrárgljúfur ist kein Haken auf einer Liste. Wege, Licht und Wetter bestimmen, wie lange ein Stopp wirklich dauert.

Bild: Steven Romsits · OURTRIP Original · Eigene Aufnahme · Bearbeitet

Rechnet Fahrtzeiten nicht wie auf einer deutschen Autobahn. Legt pro Tag ein Hauptziel fest und behandelt weitere Orte als Optionen. Wenn ein Canyon oder Wasserfall mehr Zeit bekommt als vorgesehen, sollte nicht automatisch der Abend geopfert werden.

6. Mit dem Camper dürft ihr nicht einfach überall übernachten

Die Vorstellung vom freien Stellplatz vor einem Wasserfall hält sich hartnäckig. Für Campervans, Wohnmobile, Wohnwagen und vergleichbare Fahrzeuge gilt jedoch: Übernachtungen sind außerhalb organisierter Campingplätze oder städtischer Gebiete nur mit Erlaubnis der Eigentümer oder Rechteinhaber zulässig. In Schutzgebieten können zusätzliche Regeln gelten.

Speichert Campingplätze deshalb entlang der Route, prüft Öffnungszeiten und plant besonders in der Nebensaison nicht mit einer zufälligen Lösung am Abend. Das macht die Reise nicht weniger frei. Es verhindert vielmehr, dass Müdigkeit, Dunkelheit oder schlechtes Wetter die Entscheidung übernehmen.

7. Packt für Wind und Nässe — nicht für ein Kalenderbild

Die Temperatur allein erzählt nur einen Teil der Geschichte. Wind und Regen entscheiden oft stärker darüber, ob sich ein Aussichtspunkt angenehm anfühlt. Mehrere kombinierbare Schichten, eine verlässliche äußere Schicht und trockene Ersatzsachen sind wertvoller als ein Koffer voller einzelner Outfits.

Hengifoss fällt vor roten Gesteinsschichten in ein weites Tal
Am Hengifoss wechseln offene Flächen, Höhe und Wetter. Gute Kleidung schafft Zeit zum Schauen statt nur zum Aushalten.

Bild: Steven Romsits · OURTRIP Original · Eigene Aufnahme · Bearbeitet

Auch im Sommer gehören warme Kleidung, Regenschutz und feste Schuhe in den Tagesrucksack. Für längere Wanderungen kommen Wasser, Energie, Offline-Karte und eine realistische Einschätzung der eigenen Erfahrung dazu. Die Ausrüstung soll euch nicht zu jedem Plan zwingen, sondern gute Entscheidungen leichter machen.

8. Versorgungspunkte gehören mit in den Plan

Außerhalb größerer Orte liegen Tankstellen, Lademöglichkeiten und Einkauf nicht immer dort, wo ihr sie gerade braucht. Visit Iceland empfiehlt, die Reichweite bis zur nächsten Tankstelle im Blick zu behalten. An vielen automatischen Stationen benötigt ihr außerdem eine Debit- oder Kreditkarte mit PIN.

Wir würden Tank- und Einkaufspunkte genauso speichern wie Sehenswürdigkeiten — nur weniger prominent. Ein kleiner Vorrat an Wasser und Essen nimmt Druck aus langen Fahrtagen. Bei einem Elektroauto gehört die Ladeplanung bereits vor der Etappe zur Route und nicht erst zum roten Akkusymbol.

9. Nähe zu Tieren und Landschaft ist kein Freifahrtschein

Puffins, Schafe, Moosflächen und schwarze Strände wirken unmittelbar. Genau deshalb braucht es Abstand. Bleibt auf ausgewiesenen Wegen, respektiert Sperrungen und fahrt niemals abseits markierter Straßen. Die Vegetation ist empfindlich, und Absperrungen schützen nicht nur die Natur, sondern oft auch euch.

Papageitaucher an der Küste von Dyrhólaey
Papageitaucher bei Dyrhólaey: beobachten, Abstand halten und lokale Absperrungen respektieren.

Bild: Steven Romsits · OURTRIP Original · Eigene Aufnahme · Bearbeitet

Bei Tieren ist das bessere Foto selten das nähere. Beobachtet Verhalten, blockiert keine Wege und verzichtet auf ein Motiv, wenn ihr dafür einen Ruhebereich betreten müsstet. Die Erinnerung an einen Ort wird nicht kleiner, weil zwischen euch und dem Tier ein paar Meter mehr lagen.

10. Weniger gespeicherte Orte ergeben oft die bessere Reise

Vor der Reise wächst die Liste schneller als die verfügbare Zeit. Das ist normal. Hilfreicher als eine perfekte Sammlung ist eine klare Priorität: Welche drei Erlebnisse würden die Reise für euch tragen? Welche Orte liegen sinnvoll auf derselben Route? Und welche Idee darf bewusst für das nächste Mal bleiben?

In OURTRIP könnt ihr die wichtigsten Orte in einem gemeinsamen Board sammeln, Alternativen sichtbar halten und daraus eine Route entwickeln, die alle verstehen. Der entscheidende Schritt ist nicht, noch einen Island-Spot zu speichern. Es ist der Moment, in dem ihr gemeinsam auswählt, was wirklich zu eurer Reise gehört.

  • Must-see: trägt die Reise und bekommt ausreichend Zeit
  • Passt gut: liegt sinnvoll an der Route
  • Wetteroption: funktioniert bei anderen Bedingungen
  • Nächstes Mal: gute Idee, aber nicht für diese Rundreise

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie viele Tage sollte man für einen Island-Roadtrip einplanen?

Für eine erste Reise ist weniger oft mehr. Bei etwa einer Woche bietet es sich an, eine Region wie Süd- und Südwestisland bewusst zu erkunden. Für die gesamte Ringstraße geben zehn bis vierzehn Tage mehr Raum für Stopps und Wetterpuffer; zusätzliche Hochland- oder Westfjordtage brauchen weitere Zeit.

Braucht man für eine Island-Rundreise einen 4x4?

Nicht grundsätzlich. Für die Ringstraße und viele klassische Ziele kann im Sommer ein normales Fahrzeug genügen. Für F-Straßen und Hochlandrouten ist ein geeignetes Allradfahrzeug erforderlich. Prüfe zusätzlich die aktuellen Straßenbedingungen und die Bedingungen deines Vermieters.

Darf man in Island mit dem Camper frei stehen?

Mit Campervan, Wohnmobil, Wohnwagen oder vergleichbaren Fahrzeugen darfst du außerhalb organisierter Campingplätze oder städtischer Gebiete nur mit Erlaubnis der Eigentümer oder Rechteinhaber übernachten. In Schutzgebieten gelten teilweise strengere Regeln.

Welche Seiten sollte man während der Islandreise täglich prüfen?

Nutze SafeTravel für Warnungen und Reisehinweise, vedur.is für die regionale Wettervorhersage und road.is für den aktuellen Straßenzustand. Bei abgelegenen Wanderungen sollte außerdem ein Reiseplan mit einer vertrauten Person geteilt werden.